Sicherheit am Schwimmbad

Das eigene Schwimmbad im Garten bringt jede Menge Spaß. Doch neben all dem Vergnügen sollte nicht vergessen werden, dass es auch eine Gefahren­quelle – speziell für Kinder – darstellen kann. Vorkehrungen zur Verbesserung der Sicherheit sind also unbedingt empfehlenswert.

So groß die Freude über den eigenen Pool auch sein mag, auf einen Schlag könnte sie vorbei sein. Denn ein Schwimm­bad kann auch seine Schattenseite zeigen – wenn ein Unfall passiert. Oft mit tragischen Folgen: Gemäß der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken im Jahr 2003 zwölf Menschen in privaten Gartenteichen und Swimmingpools. Hinzu kommen die Fälle des Beinahe-Ertrinkens, bei denen der Verunglückte zwar gerettet wird, aber bleibende Gesundheitsschäden behält.

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Besonders schlimm ist es, wenn Kinder betroffen sind. Gerade kleine Kinder sind in hohem Maße gefährdet: Sie haben eine andere Verteilung des Körpergewichts als Erwachsene und können nach dem Sturz ins Wasser durch Zappeln nicht mehr an die Wasseroberfläche gelangen. Dies ist besonders fatal, wie Martina Abel, Geschäftsfüh­rerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) bestätigt: „Kinder ertrinken leise – sie schreien nicht, weil sie gar nicht mehr hochkommen können.“


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Wer selbst keine Kinder hat, ist keinesfalls aus der Pflicht. Wasser übt auf Kinder eine beinahe magische Anziehungskraft aus – und sie bevorzugen oft Spielplätze, die von den Eltern verboten werden. Dabei wird der Ideenreichtum der Kinder, Barrieren wie einen Zaun oder eine Hecke zu überwinden, meist unterschätzt – und schneller, als man denkt, können sich Kinder aus der Nachbarschaft auf dem Grundstück tummeln. Und das kann teuer werden: Der Verein zum Schutz gefährdeter Kinder weist darauf hin, dass ein Schwimmbad­-Eigentümer auch haftet, wenn ein Kind wegen seines Spieltriebs oder aus Neugier unbemerkt über einen Zaun steigt und es zum Schadensfall kommt (laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln, Aktenzeichen 13 U 18/93).

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Unfallprävention sollte dementsprechend bei jedem Schwimmbad-Besitzer höchste Priorität genießen. Möglichkeiten, das Unfallrisiko zu senken, gibt es genug. Am Anfang steht die Aufklärung. Wer eigene Kinder hat, sollte sie frühzeitig mit dem Element Wasser und dessen Gefahren vertraut machen. Schon im Alter von vier Jahren können Kinder schwimmen lernen. Schwimmflügel dienen hierbei als Schwimmhilfe und bieten ein Grundmaß an Sicherheit – jedoch sollte ein Kind nie aus den Augen gelassen werden, selbst wenn es Schwimm­flügel trägt.

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Natürlich sind Kinder nicht nur beim direkten Gebrauch, sondern auch beispielsweise beim Spielen im Garten durch offene Schwimmbecken gefährdet. Anlass genug für die französische Firma Protection Piscine Enfants SARL, ein Alarmsystem namens „Safety Turtle“ zu entwickeln. Dabei bekommt das Kind ein Armband an das Handgelenk. Dieses Armband ist mit einer Basisstation verbunden, die in einer Entfernung von maximal 30 Metern vom Schwimmbad entfernt aufgestellt werden kann. Wird das Armband in Wasser getaucht – sprich: Sobald ein Kind in das Poolwasser fällt – wird an der Basisstation sofort Alarm ausgelöst.Auch beim „Poolsolarm“ handelt es sich um eine Alarmanlage fürs Schwimm­bad. Dieses Gerät wird allerdings di­rekt am Beckenrand installiert. Sobald eine Person unbeaufsichtigt in den Swimmingpool fällt, registriert es die dadurch entstehenden Wellen, die sich horizontal unterhalb der Wasseroberfläche fortbewegen – und lässt einen lautstarken Alarm (110 Phon) ertönen.

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Noch besser ist natürlich, wenn es erst gar nicht zum Sturz ins Wasser kommt. Eine Möglichkeit, dieses Risiko zu minimieren, ist die Installation einer Schwimmbad­-Überdachung. Diese besteht aus einzelnen Segmenten, die über das Becken gefahren werden, wenn es nicht benutzt wird. Die Segmente werden meist von Hand einzeln arretiert, ein Schloss an der Eingangstür verhindert unbefugtes Betreten. Der Hersteller Aqua Comet hat sogar eine intelligente Arretierung entwickelt, mit der die einzelnen Segmente automatisch beim Öffnen und Schließen gesichert bzw. entsichert werden – das Arretieren von Hand entfällt. Mit einem Sicherheitsschloss, das sich im letzten Segment befindet, wird die gesamte Überdachung im geschlossenen Zustand vor unbefugten Benutzern geschützt. Auch eine geschlossene Hubabdeckung wie etwa der „Lowo Sonnenlift“ (von Lowo) kann den Sturz in den Pool verhindern. Dabei handelt es sich um ein Hubdach, das genau nach der jeweiligen Beckenform konstruiert wird. An vier oder mehr Säulen (je nach abzudeckender Fläche) kann das Dach auf eine Höhe von bis zu 2,5 Metern angehoben werden, um das Schwimmbecken nutzen zu können.

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Eine weitere Möglichkeit, die Sicherheit am Schwimmbad zu erhöhen, stellen Rollladenabdeckungen dar. In Verbindung mit einem rings um das Becken installierten Handlauf oder einer Auflagekante unter dem Wasserspiegel halten geschlossene Rollladenabdeckungen je nach Modell unterschiedliche Belastungen aus. Die PVC-Profile des Modells „Classic“ von Swim Roll beispielsweise weisen wegen ihrer großen Hohlkammern eine hohe Schwimmfähigkeit auf. Dadurch erhält die Abdeckung eine Tragfähigkeit, die ausreicht, einen Erwachsenen zu tragen – selbstverständlich nur in Verbindung mit einem Handlauf. Hinzu kommt, dass diese Profile durch ihre Einfach-Hakenverbindungen mit sehr kleinem Freiraum ein besonders stabiles Schwimmverhalten haben – auf der Wasseroberfläche bildet sich eine fast homogene Platte. Die hohe Wandstärke der Profile stabilisiert die Lamellen zusätzlich.

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Hervorgehoben werden muss, dass trotz aller Vorkehrungen nie eine hundertprozentige (Kinder-)Sicherheit besteht. Man darf sich also niemals allein auf die Produkte verlassen – Aufmerksamkeit ist die wichtigste aller Vorsichtsmaßnahmen. Aber natürlich ist jedes Produkt, das die Sicherheit an Schwimmbecken erhöht, seinen Preis wert – hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden.

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