Wellness-Würfel

Manchmal bestimmen ganz handfeste Faktoren den Umbau eines Hauses. Es wird mehr Platz gebraucht, ein Geschäft soll eröffnet werden oder den Gästen soll endlich mehr Raum zur Verfügung stehen. Im Fall der Familie Trenker (Name von der Redaktion geändert) trafen gleich alle diese Faktoren zu.

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„Wir wollten zwei zusätzliche Arbeitszimmer für uns haben und eine Galerie, die unseren Gästen zur Verfügung steht“, erzählt Katharina Trenker. Gar nicht handfest war hingegen der Grund, warum man sich bei den Trenkers nicht gleich für einen Neubau entschied. “Uns war die Erhaltung des Altbaus aus familiär-sentimentalen Gründen sehr wichtig”, erinnert sich Katharina Trenker. Die Großeltern hatten das Blockhaus in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts erbaut. Später diente es als Wochenendhaus. Die winzigen Räume und der fehlende direkte Gartenzugang waren aber doch verbesserungswürdige Punkte. Obendrein war das Haus mit nur acht Zentimeter dünnen Wänden und reparaturbedürftigen Fenstern eine wahrer Energie­fresser. Mit der Ideenfindung zur Aufwertung des geliebten, aber nicht mehr ganz zeitgemäßen Hauses wurde das Architekturbüro Lichtblau/Spindler beauftragt. Ihr Vorschlag für das Ferienhaus kam so gut an, dass das Haus zum Hauptwohnsitz der Familie erkoren wurde.

Von Anfang an stand jedoch fest, dass mit dem Bauvorhaben nicht nur weiterer Lebensraum geschaffen werden sollte, sondern auch zusätzliche Lebensqualität hinzukommt. Der Wunsch nach einem eigenen Swimmingpool war schon länger vorhanden und konnte jetzt endlich umgesetzt werden.

Dem traditionellen Holzhaus wurde mit dem Quader ein zeitgenössischer Holzbau angefügt. Dabei gelang es, die beiden Häuser in eine Balance zu versetzen und dem kompakten Bestand ein Gebilde aus holzverschalten Scheiben und verglasten Öffnungen beizugesellen. Das Ergebnis ist, dass historisches und modernes Raumempfinden gleichwertig nebeneinander bestehen.

Das Alte wurde präzisierend belassen und somit gestärkt, das Neue mit seinen zahlreichen Öffnungen erscheint nicht hart, sondern dialogbereit. An mehreren Stellen scheint das blaue Wasser des Schwimmbades durch die Scheiben und wirkt dabei gleichsam einladend wie beruhigend.
Das begrünte Flachdach ragt etwas heraus und gibt dem Zugangsweg und der Fassade Witterungsschutz. An den der Terrasse und dem winkelförmigen Swimmingpool zugewandten Seiten wurde Teakholz verwendet. Das edle Holz ist nicht ganz billig, dafür aber schön und vor allem sehr witterungsbeständig. Die Witterung ist auch der Grund, warum Architekt Konrad Spindler das Haus weiterhin beobachten und von Zeit zu Zeit fotografieren wird. Er möchte die Veränderung der Fassade studieren und dokumentieren. Irgendwann werden die ungestrichenen Teakflächen vergrauen und dem Ensemble einen ganz neuen Charme verleihen. Diese Sorge um die optische Beständigkeit ist sicher ein Garant dafür, dass auch spätere Generationen noch mit Wertschätzung an dem Holzensemble aus zwei Zeiten hängen werden.

Architekt: Konrad Spindler, Wien

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