Schwimmbad on the rocks

Um sich und seiner Familie etwas Gutes zu tun, entschied sich Armin Pecher (Name von der Redaktion geändert) dazu, eine Schwimmhalle auf seinem Grundstück anbauen zu lassen. Wenn, dann schon richtig – die Halle sollte mit allen Schikanen ausgestattet werden und trotzdem einfach be­dienbar sein. Herr Pecher beauftragte den Braunfelser Archi­­tekten Werner Kraus mit der Umsetzung seines Vor­habens. Es wurde eine Wellnessanlage mit Freiform-Schwimmbad in klassischer Betonbauweise und Fliesenbelag, Sauna, Whirl­pool und Duschecke geplant. Ausdrücklicher Wunsch war eine Lösung mit Überlaufrinne für Schwimmbad und Whirlpool. Relativ schnell kristallisierte sich heraus, dass dem Hausherren aber vor allem die Wasserqualität am Herzen lag – Chlor sollte auf keinen Fall in der Schwimmhalle zu riechen sein.

Sowohl Armin Pecher als auch der Architekt kannten das Mutlan­gener Unternehmen Ospa als Wassertechnik­spezialis­ten. Und so wandte sich letzterer gleich an den zuständigen Fachberater Peter Röger, um ihm die Wünsche und Anfor­derungen mitzuteilen. Dieser stellte die passenden Kompo­nenten für einen kombinierten Betrieb von Schwimmbad und Whirlpool zusammen. Zudem machte er Vorschläge für sinnvolle Poolattraktionen, die schlussendlich allesamt mitbestellt wurden. Bedient wird die komplette Schwimmbad-Technik über die „Ospa Blue Control“, eine Schwimmbad-Steuerung mit hochauflösendem TFT-Touchscreen. Dieser zeigt Wasser­werte und -temperatur an, zugleich können die Pechers per Fin­gertipp Schwimmbad-Attraktionen, Rollladenabdeckung, Whirl­ge­bläse und die Unterwasserbeleuchtung aktivieren.

Die Steue­rung überwacht außerdem stetig die Wasseraufbe­reitung. Hier ist die Besonderheit, dass sich Schwimmbad und Whirlpool mit der „Ospa-Schwimmbad-Whirlpool-Kombination“ eine einzige Auf­berei­tungsanlage teilen. Im Whirlbetrieb steht deren volle Leistung dem Whirlpool zur Verfügung. Zudem wird das Whirlpoolwasser innerhalb kurzer Zeit auf die voreingestellte Wunschtemperatur aufgeheizt. Nach dem Whirlbaden wird das aufgewärmte Wasser dem Schwimmbad zugeführt, die Wärme geht also nicht verloren. Filtriert wird das Badewasser von einer „Ospa-Super­filter­anlage“ mit Aktivkohle, die dem Wasser selbst gelöste organische Verunreinigungen sowie Geruchs-, Geschmacks- und Farb­stoffe entzieht. Das Desinfektionsmittel generiert die „Ospa-Chlorozonanlage“ bedarfsabhängig direkt vor Ort auf Basis von Kochsalz.

Die ganze Pooltechnik muss natürlich auch irgendwo untergebracht werden. Ein wichtiger Aspekt, der schon bei der Poolplanung bedacht werden sollte – es muss ausreichend Platz im Technikraum vorhanden sein. Bei diesem Objekt war dies nicht der Fall. Die Ursache dafür lag allerdings nicht an der Planung, sondern am felsigen Untergrund der Schwimmhalle – der ließ nur kleine Kammern zu. Von diesem Hindernis ließen sich die Installateure jedoch nicht abschrecken und sie schafften es, die gesamte Technik in den kleinen Technikräumen der Schwimmhalle gut zugänglich einzubauen. Und so kann Familie Pecher nun im gewünschten geruchlosen und kristallklaren Wasser baden.

Bei der Ausstattung seiner Wellnessanlage ließ sich der Hausherr nicht auf Kompromisse ein. Hoch­wertige Komponenten und technische Finessen sind hier in jeder Ecke zu finden. Etwa das fahrbare Glas­dach, womit die Schwimm­halle teilweise geöffnet werden kann. Gleich daneben ist unter einer Edel­stahlblende ein Beamer untergebracht, der für visuelles Entertainment sorgt. Im Beckenboden links ist schließlich der Rollladen­schacht, der über die gesamte Länge des Schwimmbad verläuft, zu sehen. Auf einem erhöhten Podest, das teilweise in das Schwimmbad reicht, befindet sich der Whirlpool mit Überlauf­rinne. Er wird mithilfe der „Ospa Schwimmbad-Whirl­pool-Kombination“ gemeinsam mit dem Schwimmbad von einer einzigen Wasserauf­be­reitungs­anlage mit gereinigtem Badewasser versorgt.

Der Panzer der unterirdischen Rollladenab­­deckung wurde so kons­truiert, dass er sich an die individuelle Beckenform anfügt. Hier ist der Ausschnitt für die Einstiegsleiter zu sehen. Schönes Detail: Es wurden transparente Profile verwendet. Doch wird da­mit nicht wie bei Freibädern eine solare Erwärmung bezweckt – die Unterwas­ser­beleuchtung sollte in diesem Schwimmbad auch bei ge­schlossener Abdeckung wirken. Da der Wellness­bereich auch sehr oft von den Kindern genutzt wird, ließ sich Armin Pecher zu­dem von diversen Wasser­attraktionen überzeugen, die den Spaßfaktor erhöhen. Dazu zählt etwa die kraftvolle Schwall­dusche, die Massage­station mit sechs Düsen und Unterwasserschalter sowie die Unterwasser­beleuchtung, die von der Firma Bedea Faseroptische Beleuchtungssysteme geliefert wurde.

Schon auf dem Weg vom Wohn­haus zum Schwimmbad-Hallenanbau wollte der Hausherr sein Badewasser im Blick haben. Dazu ließ er sich ein großes Bull­auge  in die Becken­wand einbauen, durch das er das erfrischende Nass begutachten kann. Die genauen Wasserwerte lässt er sich dann am „Ospa Blue Control Pilot“, dem Touchscreen der Schwimmbad-Steuerung, anzeigen. Gleich darunter befindet sich eine weitere Touchscreensteu­e­rung – mit dieser werden die Funktionen der Sauna aktiviert. Dies beschränkt sich nicht nur auf die Ein­stellung der Temperatur – Zusatzausstat­tungen und vorprogrammierte Sauna­abläufe können per Finger­tipp abgerufen werden.

Klein, aber umso feiner ist die Einbausauna „Lounge“ von Klafs. Sie verbirgt sich hinter einer Glas­türe und wird mit der Steuerung „Touchcontrol“ bedient. Dieses Saunamodell zeichnet sich durch klare For­men und schlichte Eleganz im Innenraum aus. Ein Farblichtmodul ist bündig in die Decke integriert. Unter den Saunabänken ist das Unterbankheizsys­tem „Bonatherm“ versteckt. Zusammen mit dem „Bona­therm Aquapanel“  werden ne­ben dem Finnischen Sauna­klima fünf weitere, mildere Sauna­bade­formen ermöglicht.

Schwimmbadtechnik: Ospa

Architekt: Architekturbüro Werner Kraus

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