Schwimmbad mit Reinheitsgebot

Weiß, puristisch, rein – neben diesen optischen Attributen hatte Heiko Stein (Name von der Redaktion geändert) auch funktionale Wünsche. Sein neues Schwimmbad sollte in der Breite gerade zum Schwimmen ausreichen, dafür aber entsprechend lang werden.

Eine interessante Aufgabe für den Berliner Schwimmbad­-Bauer Rüffer. Die Schwimmbad-Halle sollte direkt an das bestehende Wohnhaus gebaut werden. Da nicht vorhersehbar war, ob und wie weit sich der Neubau setzen wird, mussten in der Planungsphase genaueste Berechnungen aufgestellt werden. Denn die Versorgungsleitungen für Was­ser und Lüftung galt es, vom Neubau in den Altbau zu führen. Und dabei musste sichergestellt werden, dass Leitungen und Luft­ka­näle genügend Platz im Falle einer eventuellen Verschiebung des Bauwerks haben.

Die Luftkanäle in der Halle wurden ebenfalls angepasst: Der Schwimmbad-Bauer versteckte die flachen Sonderanfertigungen hinter der abgehängten Decke. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn mit der modernen Entfeuchtungs- und Lüftungsanlage hat Heiko Stein jetzt nicht nur bestes Klima, er spart durch die integrierte Wärmerückgewinnung auch Energie­kos­ten. Und die Schwimmbad-Halle blieb vollkommen frei – nichts stört ihr reines, minimalistisches Erscheinungsbild.

Hier wird auf indirekte Ausleuchtung der gesamten Schwimmhalle gesetzt. Um eine angenehme Stimmung zu schaffen wählte man farbiges Licht. So kann das eher kühle, weiße Hallenbad – falls gewünscht – auf Knopfdruck in warmtönigem Gelb erstrahlen. In regelmäßigen Abständen sind Scheinwerfer an der Einstiegsseite des Beckens angebracht. Ihr Licht trifft unter Wasser auf die gegen­überliegende Hallenwand. Aufgrund der geringen Raum­höhe wurden die Lüftungs­kanäle sehr flach und extrem breit angefertigt. So konnten sie hinter der abgehängten Decke unsichtbar verschwinden – nur die Lüftungsgitter sind zu sehen. In beide Längsseiten der abgehängten Decke wurden farbige Lichtleisten integriert. Indirekt beleuchten sie die ganze Halle von oben.

Wo endet das Schwimmbecken, wo beginnt die Hallenwand? Das ist hier nicht ersichtlich. Halle und Schwimmbad sind Ton in Ton ausgeführt. Und das Wasser grenzt direkt an die Wände. Möglich ist dies durch eine spezielle wasserdichte Beschichtung. Das Schwimmbecken selbst wurde aus wasserundurch­lässigem Beton erstellt. Nach einer Vorbehandlung bestrich der Schwimmbad-Bauer die Flächen mit „Sikagard Poolcoat“, einer lösemittelfreien, wässrigen Schwimmbad-Beschichtung. Praktisch: Dieser einkomponentige Beschichtungsstoff auf Dispersionsbasis ist im Farbton Weiß erhältlich. So konnte ein fließender Übergang mit den Hallenwänden geschaffen werden. Die Betonausführung ließ gleichzeitig eine flexible Beckengestaltung in Form und Größe zu.

Umsetzung: Hajo W. Rüffer

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